{"id":10873,"date":"2017-12-11T15:36:30","date_gmt":"2017-12-11T15:36:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunnskap.de\/?page_id=10873"},"modified":"2023-03-12T12:50:38","modified_gmt":"2023-03-12T11:50:38","slug":"auf-steigende-zinsen-setzen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/prudentwater.com\/en\/auf-steigende-zinsen-setzen\/","title":{"rendered":"Von steigenden Zinsen profitieren"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-stackable-notification stk-block-notification stk-block stk-b3a7798 is-style-plain\" data-block-id=\"b3a7798\"><style>.stk-b3a7798{box-shadow:0px 2px 20px rgba(153,153,153,0.2) !important}.stk-b3a7798-container{border-radius:20px !important;overflow:hidden !important;box-shadow:0px 10px 60px rgba(0,0,0,0.1) !important}.stk-b3a7798 .stk-block-notification__content{padding-top:32px !important;padding-right:32px !important;padding-bottom:32px !important;padding-left:32px !important}<\/style><div class=\"stk-block-notification__content stk-content-align stk-b3a7798-column stk-container stk-b3a7798-container stk--no-background stk--no-padding\"><div class=\"stk-block-content stk-inner-blocks\">\n<div class=\"wp-block-stackable-heading stk-block-heading stk-block-heading--v2 stk-block stk-40c06f9\" id=\"strong-zentrale-kernaussagen-strong\" data-block-id=\"40c06f9\"><style>.stk-40c06f9{margin-bottom:15px !important}.stk-40c06f9 .stk-block-heading__text{font-size:16px !important;margin:0 !important;color:#da8611 !important;font-weight:400 !important;letter-spacing:1px !important}@media screen and (max-width:1023px){.stk-40c06f9 .stk-block-heading__text{font-size:17px !important}}<\/style><h2 class=\"stk-block-heading__text has-text-color\"><b>ZENTRALE KERNAUSSAGEN<\/b><\/h2><\/div>\n\n\n\n<ul class=\"has-ast-global-color-8-color has-text-color wp-block-list\" style=\"font-size:16px;font-style:normal;font-weight:500;line-height:2\">\n<li>Privatanleger haben auch die M\u00f6glichkeit \u00fcber die B\u00f6rse auf steigende Zinsen zu spekulieren. Am effektivsten l\u00e4sst sich dies mit Derivaten auf den Euro Bund Future umsetzen. Dies ist jedoch auch eine spekulative und eher kurzfristig angelegte Variante mit der Gefahr eines Totalverlustes.<\/li>\n\n\n\n<li>Eine deutlich konservativere Variante, um von steigenden Zinsen zu profitieren, ist der Kauf von sogenannten Floatern. Dabei handelt es sich um variabel verzinsliche Anleihen.<\/li>\n\n\n\n<li>Insgesamt jedoch ist die Spekulation auf steigende Zinsen komplex und bedarf ausreichender Vorkenntnisse.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n<p>Auch Privatanleger k\u00f6nnen \u00fcber die B\u00f6rse auf steigende Zinsen wetten. Mit steigenden Zinsen am Markt ist gemeint, dass das Zinsniveau im jeweiligen W\u00e4hrungsraum ansteigt. Der Zusammenhang zwischen Zinsen und Anleihekurse ist dabei entgegengesetzt. Steigen die Zinsen am Markt an, so fallen die Kurse der Anleihen, sinken hingegen die Zinsen, so steigen die Anleihekurse. Dieser Mechanismus zwischen Zinsen und Anleihen gilt stets. Nun gibt es jedoch verschiedene Varianten bzw. Finanzinstrumente, mit denen Anleger auf steigende Zinsen setzen k\u00f6nnen:<\/p>\n<h2>Derivate<\/h2>\n<p>Es kann gezielt ein bestimmtes Short-Derivat auf den Euro Bund Future gekauft werden, um von steigenden Zinsen zu profitieren. Der Euro Bund Future gilt als wichtiger Indikator f\u00fcr die Entwicklung der langfristigen Zinsen in Deutschland aber auch im Euroraum. Genauer ist es ein Zinsterminkontrakt, der auf eine fiktive deutsche Bundesanleihe mit sechsprozentiger Verzinsung und einer Laufzeit von 8.5 bis 10 Jahren standardisiert ist. Nun kann mit einem Short-Faktor Zertifikat, einem Short-Knock-out-Zertifikat oder einem Short-Optionsschein auf fallende Kurse beim Euro Bund Future und damit auf steigende Zinsen spekuliert werden. Ebenso kann der Basiswert des Derivates auch der EURIBOR sein, dies ist ein Referenzzinssatz f\u00fcr den Interbankenmarkt im Euroraum.<\/p>\n<p><b>Faktor Zertifikat<\/b><\/p>\n<p>Ein Faktor Zertifikat hat keine Laufzeitbegrenzung und verf\u00fcgt stets \u00fcber einen konstanten Hebel, trotzdem eignen sich diese Zertifikate nicht f\u00fcr langfristige Wetten auf steigende Zinsen. Der Grund daf\u00fcr liegt darin, dass Faktor Zertifikate die t\u00e4gliche prozentuale Wertver\u00e4nderung des Basiswertes mit einem konstanten Hebel abbilden. Somit kommt es jedoch zu einer sogenannten Pfadabh\u00e4ngigkeit, was dazu f\u00fchrt, dass es aus der Sicht des Anlegers zu einer negativen Abweichung zwischen Entwicklung des Faktor Zertifikates und Entwicklung des Basiswertes kommen kann. F\u00e4llt n\u00e4mlich beispielsweise der Euro Bund Future an einem Tag um 2 Prozent von 100 auf 98 Prozent, so gewinnt das 2x-Short-Faktor-Zertifikat am selben Tag um 4 Prozent hinzu. Steigt am n\u00e4chsten Tag der Euro Bund Future jedoch wieder von 98 auf 100 Prozent und somit um 2,04 Prozent, f\u00e4llt das 2x-Short-Faktor-Zertifikat an diesem Tag um 4,08 Prozent. Der Bund Future ist wieder auf seinem Ausgangswert, das Faktor Zertifikat liegt jedoch um 0,08 % im Minus. F\u00fcr einen einzelnen Tag sieht der Verlust minimal aus, in einem l\u00e4ngeren Seitw\u00e4rtstrend des Bund Future kommt es jedoch summiert zu hohen Verlusten f\u00fcr den Besitzer des Faktor Zertifikates. Dies bedeutet, dass bei Faktor Zertifikaten eine Pfadabh\u00e4ngigkeit besteht, welche in Seitw\u00e4rtsbewegungen zu einer abweichenden Kursentwicklung f\u00fchren kann. Somit sind diese Zertifikate nicht f\u00fcr langfristige Spekulationen gedacht, sondern sollten kurzfristig genutzt werden, um auf steigende Zinsen zu spekulieren, es sei denn, man geht von einem langfristigen und beinahe t\u00e4glichen Kursr\u00fcckgang des Euro Bund Futures aus.<\/p>\n<p><b>Knock-Out-Zertifikat<\/b><\/p>\n<p>Ebenso kann mit einem Short-Knock-out auf fallende Zinsen beim Bund Future und somit auf ein steigendes Zinsniveau in Deutschland sowie im Euroraum spekuliert werden. Der Vorteil liegt hier darin, dass keine Pfadabh\u00e4ngigkeit wie beim Faktor Zertifikat besteht. Au\u00dferdem gibt es teilweise deutlich h\u00f6here Hebel als bei Faktor-Zertifikaten. Die Nachteile liegen jedoch darin, dass Knock-out-Zertifikate eine vorher festgelegte Knock-out-Schwelle haben. Im konkreten Fall f\u00fcr ein Short-Knock-out-Zertifikat auf den Bund Future bedeutet dies, dass die Schwelle \u00fcber dem aktuellen Kurs des Bund Futures liegt. Geht die Spekulation des Anlegers nicht auf, sprich, f\u00e4llt der Bund Future nicht, sondern steigt bis zu der Knock-out-Schwelle, so verf\u00e4llt der Schein wertlos und der Anleger erleidet einen Totalverlust. Au\u00dferdem muss der Anleger beachten, ob es sich um ein Knock-out ohne Laufzeitbegrenzung (open end) oder mit Laufzeitbegrenzung handelt. Im ersteren Fall wird die Schwelle bei einem Short-Knock-out vom Emittenten schrittweise gesenkt. Ansonsten kann der Anleger mit einem Knock-out beinahe 1:1 an der Entwicklung des Bund Future partizipieren, da, unter anderem im Vergleich zu einem Optionsschein, ein Knock-out einen konstanteren Hebel und beinahe keine Volatilit\u00e4t aufweist.<\/p>\n<p><b>Optionsschein und Option<\/b><\/p>\n<p>Auch mit Optionsscheinen und Optionen kann auf einen fallenden Bund Future spekuliert werden. Optionsscheine k\u00f6nnen \u00fcber die B\u00f6rse ge- und verkauft werden, sind jedoch sehr komplex, da mehrere verschiedene Kennzahlen Einfluss auf die Entwicklung des Optionsscheines nehmen. Zu diesen Kennzahlen geh\u00f6rt vor allem der das Gamma, Vega, Delta sowie das Aufgeld und der Zeitwert. Au\u00dferdem kann mittels Optionen und Futures auf ein steigendes Zinsniveau spekuliert werden. Hier muss der Anleger jedoch \u00fcber ein spezielles Konto verf\u00fcgen, um an einer Terminb\u00f6rse wie der EUREX mit Optionen und Futures zu handeln, denn nur dort ist der Handel mit diesen Derivaten m\u00f6glich. Es gilt jedoch auch hier, dass der Handel mit Futures und Optionen sehr komplex und vielschichtig ist, sprich, \u00e4hnlich wie bei Optionsscheinen gibt es mehrere Variablen, die Einfluss auf das Derivat nehmen. Mittels Futures kann au\u00dferdem als Basiswert der EURIBOR oder dienen. Der EURIBOR ist der Zinssatz f\u00fcr Termineinlagen in der W\u00e4hrung Euro am Interbankenmarkt. Um auf ein steigendes Zinsniveau im Euroraum zu spekulieren, m\u00fcssen dann jedoch Long-Futures auf den EURIBOR gekauft werden. Au\u00dferdem kann mit einem sogenannten Zinsfuture auf steigende Zinsen spekuliert werden. Dazu darf der Zinsfuture jedoch nicht gekauft werden, sondern muss verkauft werden, um auf ein steigendes Zinsniveau zu spekulieren. Der Basiswert des Zinsfuture ist beispielsweise der Bund Future.<\/p>\n<h2>ETF<\/h2>\n<p>Auch kann mit einem ETF auf steigende Zinsen am Markt spekuliert werden. Hier kann dann ein sogenannter Bund Future Short ETF gekauft werden. Die Strategie des ETF&#8217;s liegt also darin, auf einen fallenden Bund Future zu spekulieren. Jedoch gilt hier gleiches Problem wie bei den Faktorzertifikaten. ETFs weisen eine aus der Sicht des Anlegers nachteilige Pfadabh\u00e4ngigkeit auf, welche nach dem gleichen Prinzip wie bei den Faktorzertifikaten verl\u00e4uft. F\u00fcr einen mittel bis langfristigen Anlagehorizont eignen sich ETFs f\u00fcr Anleger deshalb definitiv nicht. Au\u00dferdem wird eine j\u00e4hrliche Geb\u00fchr f\u00fcr das Halten des ETF&#8217;s f\u00e4llig, die sogenannte Total Expense Ratio.<\/p>\n<h2>Floater<\/h2>\n<p>Ein Floater ist eine Anleihe mit einem variablen Zinssatz. In periodischen Abst\u00e4nden (in der Regel alle 3, 6 oder 12 Monate) wird dabei der Zins der Anleihe f\u00fcr die n\u00e4chste Periode angepasst. Nun richtet sich der Zinssatz dabei an einen Referenzzinssatz. F\u00fcr Euro-Anleihen ist dies der EURIBOR. Da dieser Zinssatz stets das aktuelle Zinsniveau am Markt widerspiegelt, eignen sich Floater mit am besten, um auf steigende Zinsen zu spekulieren. Allerdings handelt es sich dabei eher um ein mittel bis langfristiges Anlagevehikel, da die Zinss\u00e4tze der Floater nur in periodischen Abst\u00e4nden an das aktuelle Zinsniveau angepasst werden und hier auch kein Hebeleffekt wie bei den anderen vorher erw\u00e4hnten Varianten m\u00f6glich ist. Der Anleger sollte deshalb auch stets darauf achten, wie lange die Restlaufzeit der Anleihe ist. Auf den Zinssatz von Floatern wird in der Regel zus\u00e4tzlich ein Aufschlag gezahlt. Dieser h\u00e4ngt jedoch von der Bonit\u00e4t des Emittenten ab. Je schlechter die Bonit\u00e4t des Emittenten, desto h\u00f6her der Zinsaufschlag auf den Referenzzinssatz. Der Aufschlag soll dann f\u00fcr den Investor das erh\u00f6hte Risiko eines Zahlungsausfalles des Schuldners ausgleichen. Der Kupon eines Floaters setzt sich somit in den allermeisten F\u00e4llen zusammen aus einem Festzinssatz, welcher abh\u00e4ngig von der Bonit\u00e4t des Schuldners ist und einem variablen Zinssatz, welcher abh\u00e4ngig von der Entwicklung des Referenzzinssatzes (EURIBOR) ist. Steigt also nun das Zinsniveau am Markt an, steigt auch der EURIBOR und folglich auch der Zinssatz des Floaters in periodischen Abst\u00e4nden an.<\/p>\n<h2>Bankaktien<\/h2>\n<p>Der Kauf von Bankaktien ist eine indirekte M\u00f6glichkeit, um von steigenden Zinsen zu profitieren. Zun\u00e4chst profitiert eine Bank bzw. ein Finanzinstitut selber davon, wenn der Marktzins steigt, denn dann k\u00f6nnen sie f\u00fcr neu verliehenes Geld an Privatkunden als auch Unternehmen einen h\u00f6heren Zins fordern. Au\u00dferdem steigen die Zinss\u00e4tze f\u00fcr Roll-Over-Kredite, also jene f\u00fcr variabel verzinste Kredite. Der Bank erm\u00f6glichen steigende Zinsen somit steigende Gewinne, wovon auch letztendlich der Aktienkurs profitiern kann. Der Zins\u00fcberschuss von Banken w\u00e4chst also mit einem steigenden Zinsniveau an, da der Zinsertrag st\u00e4rker zunimmt also der Zinsaufwand. Bei dem Zinsaufwand handelt es sich um den Betrag, welchen Banken f\u00fcr die Geldeinlagen an ihre Kunden zahlen m\u00fcssen. M\u00f6chte ein Investor nun von steigenden Zinsen profitieren, indem er Aktien von Banken kauft, sollte die jeweilige Bank jedoch vorab auf verschiedene Aspekte untersucht werden. Vor allem muss das Kreditbuch der Bank m\u00f6glichst gut analysiert werden. Dies ist f\u00fcr jeden Anleger \u00fcber die Bilanz der Bank m\u00f6glich. Darin ist nachzulesen, wie hoch der Anteil der Roll-Over-Kredite am gesamt ausstehenden Kreditvolumen ist. Je h\u00f6her dabei der Anteil, desto mehr profitiert die Bank von einem steigenden Zinsniveau. Au\u00dferdem muss die durchschnittliche Laufzeit der Festsatzkredite herangezogen werden. Hier gilt, je k\u00fcrzer die Restlaufzeit, desto vorteilhafter f\u00fcr die Bank, denn der Zinssatz eines Festsatzkredites ist fix und kann w\u00e4hrend der gesamten Laufzeit nicht ver\u00e4ndert werden. Banken k\u00f6nnen bei diesen Krediten somit nicht den Zinssatz erh\u00f6hen, auch wenn der Marktzins zwischenzeitlich angestiegen ist. F\u00fcr den Anleger besteht aber auch die M\u00f6glichkeit, nicht in ein einzelnes Bankinstitut zu investieren, sondern einen ETF zu kaufen, welcher einen bestimmten Bankenindex abbildet. Somit wird in mehrere verschiedenene Banken gleichzeitig investiert und das Risiko vor Verlusten deutlich gemindert.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ZENTRALE KERNAUSSAGEN Auch Privatanleger k\u00f6nnen \u00fcber die B\u00f6rse auf steigende Zinsen wetten. 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