{"id":341,"date":"2014-08-20T22:23:58","date_gmt":"2014-08-20T22:23:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kunnskap.de\/?page_id=341"},"modified":"2021-06-25T12:50:16","modified_gmt":"2021-06-25T10:50:16","slug":"verschuldungsgrad","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/prudentwater.com\/en\/verschuldungsgrad\/","title":{"rendered":"Verschuldungsgrad"},"content":{"rendered":"<p>engl. <strong>Debt to Equity Ratio<\/strong><\/p>\n<p>Der Verschuldungsgrad soll Aufschluss \u00fcber die finanzielle Stabilit\u00e4t eines Unternehmens geben. Die Kennzahl gibt das Verh\u00e4ltnis von Fremdkapital zu Eigenkapital wieder und zeigt somit auf, in welcher Relation beide Posten in der Bilanz zueinander stehen. Der Verschuldungsgrad kann dem Anleger somit Einblick in die Kapitalstruktur des Unternehmens geben.<\/p>\n<hr>\n<h6>Berechnung<\/h6>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/prudentwater.com\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Verschuldungsgrad.png\" alt=\"Verschuldungsgrad\" class=\"aligncenter size-full wp-image-12029\" width=\"499\" height=\"64\" title=\"\"><\/p>\n<hr>\n<p>Liegt die debt to equity ratio beispielsweise bei 1.5, so bedeutet dies, dass f\u00fcr jeden Euro, welchen das Unternehmen an Eigenkapital besitzt, es 1,50 Euro an Schulden aufweist. Bei einer Eigenkapitalgr\u00f6\u00dfe von 100.000 Euro h\u00e4tte das Unternehmen demnach 150.000 Euro Schulden, dies bedeutet jedoch nicht, dass das Unternehmen auch gleichzeitig negatives Eigenkapital aufweist. Trotzdem ist bei einem Verschuldungsgrad von gr\u00f6\u00dfer als 1 die Mehrheit des Gesamtverm\u00f6gens durch Schulden finanziert. Ist die Kennzahl jedoch kleiner als 1.0, so ist das Verm\u00f6gen mehrheitlich durch Eigenkapital finanziert. Liegt die debt equity ratio genau bei 1.0, so teilt sich das Gesamtkapital in 50 % Eigenkapital und 50 % Fremdkapital auf.<\/p>\n<h5>Fehlberechnungen<\/h5>\n<p>Es gibt jedoch mehrere Wege den Verschuldungsgrad zu berechnen, weshalb der Wert nie einzige Grundlage eines Investments sein sollte. So ziehen manche Investoren und Finanzdienstleister nur die langfristigen Verbindlichkeiten heran, Fremdkapital mit einer Laufzeit von weniger als 12 Monaten wird dann in der Berechnung nicht ber\u00fccksichtigt. Der Grund daf\u00fcr liegt darin, weil kurzfristige Verbindlichkeiten einerseits weniger riskant sind und andererseits niedrigere Zinsen aufweisen und somit f\u00fcr das Unternehmen g\u00fcnstiger sind. Ebenso werden teilweise ausschlie\u00dflich die zinstragenden langfristigen als auch kurzfristigen Verbindlichkeiten herangezogen, um den Verschuldungsgrad zu berechnen.<\/p>\n<h5>Interpretation<\/h5>\n<p>In ein Unternehmen mit einem hohen Verschuldungsgrad zu investieren ist risikoreicher, da f\u00fcr solche Unternehmen vor allem in Zeiten steigender Zinsen die Zinslast zunehmend steigt. Anleger sollte deshalb vor dem Aktienkauf stets die Verschuldung des Unternehmens pr\u00fcfen und hinterher auch weiterverfolgen. Ist das jeweilige Unternehmen n\u00e4mlich bereits relativ hoch verschuldet und steigt dann das allgemeine Zinsniveau an, so belastet dies vor allem Unternehmen mit einem hohen Verschuldungsgrad, was sich dann oftmals in einem sinkenden Aktienkurs ausdr\u00fcckt. Auch eine abschw\u00e4chende Konjunktur oder Rezession kann f\u00fcr Unternehmen mit einem hohen Verschuldungsgrad schwerer zu \u00fcberwinden sein bzw. sogar sehr gef\u00e4hrlich werden, da in diesen Zeiten die Umsatzerl\u00f6se und auch das EBITDA r\u00fcckl\u00e4ufig sind. Trotzdem m\u00fcssen weiterhin die Zinsen auf die hohen Schulden bezahlt werden, wodurch dann eine drohende zahlungsunf\u00e4higkeit bei Unternehmen mit hohen debt equity ratios wahrscheinlicher wird als bei finanziell gesunden Unternehmen. Auch wenn es von Sektor zu Sektor unterschiedlich bewertet werden muss, gelten debt equity ratios von \u00fcber 1.5 als zu hoch. Als optimal angesehen werden k\u00f6nnen Kennzahlen zwischen 0.4 &#8211; 0.8. Versorgeraktien sind davon jedoch ausgeschlossen, da diese in der Regel deutlich h\u00f6her verschuldet sind, daf\u00fcr dann jedoch auch zuverl\u00e4ssigere und konstantere Umsatzerl\u00f6se erzielen als Unternehmen aus der Industrie oder IT.<\/p>\n<h5>Art der Verschuldung<\/h5>\n<p>Es kommt jedoch niemals nur auf die H\u00f6he der debt to equity ratio an, sondern auch darauf, welche Art von Schulden das Unternehmen aufgenommen hat. Zun\u00e4chst gilt grob, dass die langfristigen Finanzverbindlichkeiten nicht mehr als 50 % des Gesamtkapitals ausmachen sollten. Dar\u00fcber hinaus ist f\u00fcr die finanzielle Stabilit\u00e4t des Unternehmens auch die konkrete Art der offenen Verbindlichkeiten wichtig. Diese sind zu unterteilen in festverzinsliche und variabel verzinsliche Verbindlichkeiten, letztere auch Roll-Over-Kredite und Floater genannt. In Zeiten eines steigenden Zinsniveaus steigt f\u00fcr Unternehmen mit einem verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig hohen Anteil an variablen Verbindlichkeiten schrittweise auch die Zinslast an, wohingegen in Zeiten fallender Zinsen Unternehmen mit vermehrt variablen Verbindlichkeiten von dem aktuell niedrigen Zinsniveau profitieren k\u00f6nnen. Somit ist nicht nur ausschlie\u00dflich die H\u00f6he des Verschuldungsgrades entscheidend, sondern auch wie genau sich die Schulden des Unternehmens zusammensetzten. In dem Jahresabschluss eines jeden Unternehmens wird dieses konkret aufgeschl\u00fcsselt.<\/p>\n<h5>Bewertungskennzahl in Bezug auf Finanzinstitute<\/h5>\n<p>F\u00fcr Banken und Versicherungen kann der Verschuldungsgrad nicht angewendet werden, da es in keiner Weise ausdrucksf\u00e4hig ist. Das Gesch\u00e4ftsmodell von Banken und Versicherungen besteht eben darin, mit fremden Geld zu arbeiten und mit Geld anderer Leute Geld zu verdienen. Jenes Geld, das Banken und Versicherungen anvertraut wird, muss in den Bilanzen als Fremdkapital verbucht werden. Da die Bilanzen von Finanzinstituten zu einem erheblichen Anteil aus Fremdkapital bestehen, f\u00e4llt der Verschuldungsgrad von Banken und Versicherungen immer sehr unrealistisch hoch aus und hat keine Bedeutung und Aussagekraft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>engl. Debt to Equity Ratio Der Verschuldungsgrad soll Aufschluss \u00fcber die finanzielle Stabilit\u00e4t eines Unternehmens geben. Die Kennzahl gibt das Verh\u00e4ltnis von Fremdkapital zu Eigenkapital wieder und zeigt somit auf, in welcher Relation beide Posten in der Bilanz zueinander stehen. Der Verschuldungsgrad kann dem Anleger somit Einblick in die Kapitalstruktur des Unternehmens geben. 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