Geldpolitik - Definition & Erklärung - PrudentWater
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Geldpolitik

Auch Geldmarktpolitik
engl. Monetary Policy

Die Geldpolitik beschreibt den Einsatz von strukturierten wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Zentralbank eines Landes / eines Währungsraumes, um die Geldwertstabilität und Wirtschaftswachstumsförderung langfristig aufrechtzuerhalten. Das oberste Ziel der Geldpolitik ist die Preisstabilität. Dies setzt jedoch voraus, dass es zu keiner übermäßig starken Inflation und zu keiner Deflation kommt. Ziel der meisten Notenbanken ist somit eine jährliche Inflationsrate von ca. 2 %. Eine Deflation hingegen wird von keiner Zentralbank langfristig angestrebt. Das Ziel der Geldwertstabilität verfolgen die weltweiten Zentralbanken in erster Linie durch die Politik der Zinssteuerung. Dabei wird der jeweilige Leitzins des Landes den aktuellen wirtschaftlichen Gegebenheiten angepasst, um eine Preisstabilität langfristig zu garantieren. In der Praxis erfolgt dabei eine Verknappung der Geldmenge (Verteuerung der Kredite durch höhere Zinsen, restriktive Geldpolitik) innerhalb einer wirtschaftlichen Überhitzung oder aber eine Ausweitung der Geldmenge (Verbilligung der Kredite durch niedrigere Zinsen, expansive Geldpolitik) innerhalb einer wirtschaftlichen Abschwächung.

Das oberste Ziel der Geldpolitik ist die Geldwertstabilität und somit eine jährliche Inflationsrate von knapp 2% zu erreichen.

Während und nach der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2007 / 2008 hat sich die Geldpolitik der großen Notenbanken jedoch dahin gehend geändert, dass diese auch neben dem Instrument der Zinssteuerung direkt in den Markt durch umfangreiche Anleihekäufe eingreifen, um die langfristigen Zinssätze des Landes zu kontrollieren. Vor allem die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve System hat über ihre quantitative Lockerung gezielt durch Anleihekäufe die langfristigen Zinsen gesenkt. Die Geldpolitik ist allerdings kein Allheilmittel, mit der wirtschaftliche / preisliche Schwächen und Verzerrungen jederzeit korrigiert werden können. Sie kann vielmehr nur die Rahmenbedienungen für eine Normalisierung des Preisniveaus legen. In Deutschland wird die Geldpolitik ausschließlich auf europäischer Ebene durch die Europäische Zentralbank betrieben, da Deutschland Teil der Europäischen Währungsunion ist und somit keine eigene Geldpolitik durch die Bundesbank betreiben darf. In den USA wird die Geldpolitik durch die amerikanische Notenbank Federal Reserve System und in Großbritannien durch die Bank of England betrieben.

Die Kurse von Aktien und Anleihen profitierten in der Vergangenheit stärker von der Geldpolitik, wohingegen die Fiskalpolitik eher reale Vermögenswerte wie Rohstoffe preislich stärkt.

Das Gegenüber der Geldpolitik ist die Fiskalpolitik, welche im Gegensatz zur Geldpolitik auf nationaler Ebene durch die jeweilige Regierung des Landes durchgeführt wird. Der Vorteil der Fiskalpolitik liegt darin, dass ihre einzelnen Maßnahmen wie Steuersenkungen oder Staatsausgabenerhöhungen in einer Rezession eine viel schnellere Wirkung zeigen als Maßnahmen der Geldpolitik. In Zeiten einer konjunkturellen Abschwächung wirkt eine Leitzinssenkung erst mit teilweise erheblicher Zeitverzögerung und unterstützt das Wirtschaftswachstum sowie die Inflationsrate erst oftmals nach bis zu zwei Jahren. Der Vorteil der Geldpolitik gegenüber der Fiskalpolitik liegt jedoch darin, dass diese schneller eingesetzt werden kann. Fiskalpolitische Maßnahmen müssen in der Regel zunächst in den Parlamenten eine Mehrheit erhalten, bevor diese umgesetzt werden können, die Zentralbank ist in ihrer Entscheidung jedoch unabhängig von der Politik.