Sonderziehungsrecht - PrudentWater
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Sonderziehungsrecht

Auch SZR
engl. Special Drawing Right (SDR)

Das Sonderziehungsrecht ist eine vom Internationalen Währungsfonds im Jahre 1969 künstlich geschaffene Währung und dient dazu, dass die 190 Mitgliedsstaaten des IWF jederzeit über ausreichend Liquidität verfügen. Zusätzlich soll das Sonderziehungsrecht die anderen Währungsreserven des Landes wie Devisen und Gold ergänzen.

Sinn des Sonderziehungsrechtes ist es, finanziell angeschlagenen Staaten mit zusätzlicher Liquidität zu versorgen, ohne dabei jedoch die Staatsverschuldung zu erhöhen. Das Sonderziehungsrecht ist somit als eine Art zusätzliche Währungsreserve anzusehen.

Das Sonderziehungsrecht wird nicht am Devisenmarkt gehandelt, außerdem handelt sich um Buchgeld. Bei den Sonderziehungsrechten handelt es sich nicht um Verbindlichkeiten gegenüber dem Internationalen Währungsfonds, sondern um Ziehungsrechte der einzelnen Mitglieder. Diese Sonderziehungsrechte können bei den Zentralbanken der einzelnen Mitgliedsstaaten oder aber beim IWF in konvertierbare Devisen eingetauscht / eingelöst werden. Sonderziehungsrechte können somit unter den einzelnen IWF-Mitgliedsstaaten gehandelt werden. Die Höhe der Ziehungsrechte eines Landes richtet sich dabei an dessen Anteil an der globalen Wirtschaftsleistung – kleinere (ärmere) Länder werden in der Zuteilung jedoch teils besser gestellt.

Vor- und Nachteile des Sonderziehungsrechts

Das Sonderziehungsrecht kann als Kriseninstrument in Zeiten von geringer Finanzmarktliquidität genutzt werden. Außerdem ist es nicht an politische oder fiskalische Bedienungen geknüpft, wodurch bürokratische Hürden wegfallen, um Zugang zu den Finanzmitteln zu erhalten. Staaten mit einem hohen Bruttoinlandsprodukt profitieren allerdings am meisten von dem Vehikel. Außerdem haben auch Staaten, welche sich weigern notwendige Reformen im Land durchzuführen, gleichermaßen Anspruch auf die Sonderziehungsrechte.

Zusammensetzung des Sonderziehungsrechts

Das Sonderziehungsrecht setzt sich aus einem Korb an Währungen zusammen, bestehnend aus den einzelnen nationalen Währungen (US Dollar, Euro, Britisches Pfund, Japanischer Yen). Zum 01. Oktober 2016 wurde der chinesische Renminbi Mitglied des Sonderziehungsrechtes. Seit dem 01. Oktober 2016 ist die Aufteilung der jeweiligen Währung wie folgt: US Dollar 41,73 %, Euro 30,93 %, Chinesischer Renminbi 10,92 %, Japanischer Yen 8,33 %, Britisches Pfund 8,09 %.