Anleihen in einer Deflation und Inflation

Anleihen in einer Inflation sind für den Anleger negativ, da der Kurswert der Anleihe fällt, wohingegen Anleihen in einer Deflation profitabel sein können, da in diesem Szenario die Anleihenkurse oftmals steigen.

Anleihen in der Inflation

Liegt die jährliche Verzinsung der Anleihe unter der aktuellen Inflationsrate, so verliert der Anleger real Geld. Dies macht Anleihen in Zeiten von höher ausfallenden als zuvor erwarteten Inflationsraten unattraktiv, wodurch die Nachfrage nach diesen Wertpapieren zurückgeht und als Konsequenz die Kurse sinken. So können zusätzlich noch Kursverluste entstehen, wenn die Anleihen dann vom Anleger verkauft werden möchten, jedoch aufgrund der fallenden Kurse dann zu einem niedrigeren Kurs als eingekauft. Erwartet der Markt in Zukunft eine höhere Inflationsrate als bis dahin eingeplant, reagieren die Kurse von Anleihen oftmals sehr sensibel. Am stärksten sinken dann die Kurse von Anleihen mit einer längeren Laufzeit, wohingegen Anleihen mit einer kurzen Laufzeit (bis zu zwei Jahren) sich weiterhin relativ stabil verhalten. Der Anleger sollte bei seiner Anlageentscheidung in Anleihen somit stets mitberücksichtigen, dass Anleihen mit einer langen Laufzeit sensibler auf höhere Inflationsraten reagieren als Anleihen mit einer kurzen Laufzeit. Die inflationsindexierte Anleihe schützt den Anleger hingegen vor der Inflation.

Anleihen in der Deflation

Das Geld, welches während der Deflation in Anleihen investiert wird, hat bei Rückzahlung real betrachtet einen höheren Wert. Bei Deflation oder minimaler Inflation steigen oftmals Anleihenkurse, da dann die Verzinsung der Anleihe höher ist als die Preissteigerungsrate ausfällt. Zusätzlich besteht die Möglichkeit auf Kursgewinne, da Geldanlagen in Anleihen als attraktiv angesehen werden und somit die Nachfrage steigt. In einer Deflation steigt jedoch die reale Schuldenlast des Schuldners (Emittent der Anleihe), weshalb das jeweilige Unternehmen bzw. der jeweilige Staat in finanzielle Schwierigkeiten geraten kann und es letztendlich zu Verzögerungen oder gar Aussetzungen bei der Rückzahlung der Anleihe kommen kann.


Fazit

Hierbei handelt es sich um die Theorie, welche wie bekanntlich, oftmals von der Realität abweichen kann. Zusätzlich wurde das Szenario von relativen moderaten Deflationsraten bzw. Inflationsraten durchgespielt. In einer Hyperinflation oder Hyperdeflation gelten andere Szenarien. Des Weiteren hat die Bonität des Schuldners immer einen übergeordneten Einfluss auf die Entwicklung einer Anleihe, weshalb Anleger zunächst auf die Solvenz und Zahlungsfähigkeit des Emittenten schauen sollten und im zweiten Schritt die makroökonomischen Bedienungen zuziehen sollten.

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