Vorzugsaktie

Auch VA oder Aktie ohne Stimmrecht

Mit der Vorzugsaktie besitzt der Inhaber auf der Hauptversammlung kein Stimmrecht. Das fehlende Stimmrecht wird aber mit einer höheren Dividende im Vergleich zur Stammaktie entschädigt. Die Stammaktie dagegen ist mit einem Stimmrecht ausgestattet. Halter von Vorzugsaktien werden also bei der Dividende bevorzugt, sodass es auch in seltenen Fällen vorkommen kann, dass ausschließlich Besitzer von Vorzugsaktien eine Dividende erhalten. Wird jedoch nicht regelmäßig eine Vorzugsdividende bezahlt, erhalten die Besitzer von Vorzugsaktien auch ein Stimmrecht. Falls es zu einem Konkurs kommen sollte, behält eine Vorzugsaktie einen höheren Restwert als eine Stammaktie, da Inhaber der Vorzugsaktie vor den Inhabern der Stammaktie aus der Liquidationsmasse bedient werden. Da aus der Masse jedoch zuerst die Fremdkapitalgeber bedient werden, erhalten in der Praxis Vorzugsaktienbesitzer bei einer Insolvenz in den meisten Fällen auch kein Geld zurück. Auch wenn Vorzugsaktien kein Stimmrecht verbriefen, dürfen ihre Besitzer trotzdem an der Hauptversammlung des jeweiligen Unternehmens teilnehmen.

Abgrenzung zu den amerikanischen Preferred Stock

engl. Preference Share, Preferred Stock oder Non-Voting Share

Die in Deutschland bekannte Vorzugsaktie darf nicht mit der amerikanischen preferred stock verglichen werden, da sie sich beide voneinander unterscheiden, es jedoch aufgrund der einfachen Übersetzung oftmals zu Verwechslungen kommt. Die amerikanischen preferred stocks kommen in den USA relativ häufig vor und zeichnen sich dadurch aus, dass sie mit einer festen und höheren Dividende ausgestattet sind und gleichzeitig über eine bestimmte Laufzeit verfügen. Deshalb werden in den USA preferred stocks auch eher mit Anleihen verglichen oder zumindest als Hybridkapital bezeichnet, da auch die Anleihe über einen festen Kupon und eine bestimmte Laufzeit verfügt. Preferred stocks schwanken zudem in ihrer Kursentwicklung weniger stark als Stammaktien, für den Anleger sind damit die Chancen auf Kursgewinne kleiner, dafür ist ihm jedoch eine feste Dividende garantiert. Außerdem können preferred stocks vom Unternehmen vorzeitig gekündigt werden, darüber wird der Anleger dann jedoch vorab informiert. Trotzdem handelt es sich bei preferred stocks weiterhin um Aktien mit dem Ex-Dividende Tag als Stichtag für die Dividendenberechtigung.

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