Zinsausgleichsarbitrage

Die Zinsausgleichsarbitrage ist eine Form der Zinsarbitrage, bei der ein bestehender Zinsvorteil einer ausländischen Währung gegenüber der heimischen Währung ausgenutzt wird. Eine Fremdwährung bietet aktuell eine höhere Verzinsung als jene der heimischen Währung. Von diesem Zinsvorteil möchte der Anleger profitieren. Anders als bei dem Zinsdifferenzgeschäft besitzt der Anleger bereits die Geldsumme, welche er in eine Fremdwährung umtauschen und anlegen möchte, um einen höheren Zinsertrag zu erzielen. Bietet also beispielsweise der US-Dollar aktuell einen höheren Zins, so kann ein Anleger aus Deutschland seinen Euro-Geldbetrag in US-Dollar tauschen und zum dort gültigen Zins anlegen. Um das Wechselkursrisiko auszuschalten, kann er zeitgleich ein Termingeschäft abschließen. Dabei verkauft der Anleger den bei Fälligkeit des Geschäftes fällig werdenden USD-Geldbetrag (inklusive Zinsen) schon heute per Termin. Durch das Termingeschäft hat sich der Anleger in der Gegenwart bereits den Wechselkurs gesichert, zu dem er den USD-Betrag in Euro wieder wechseln kann. Dadurch ist ihm auch schon heute der Euro-Geldbetrag bekannt, den er nach Ende der Geldanlage erhalten wird.
Nun sollte theoretisch die Geldanlage in US Dollar, umgerechnet in Euro, zu der gleichen Rendite führen, wie die direkte Geldanlage in Euro am heimischen Markt. Die Zinsausgleichsarbitrage und die Zinsarbitrage im allgemeinen zielen jedoch genau darauf ab, Zinsverzerrungen in Form von Zinsdifferenzen auszunutzen. In diesem Fall liegt also aktuell kein effizienter Markt vor, da beinahe risikolos ein Gewinn in Höhe der Zinsdifferenz abzüglich der Kurssicherungskosten zur Ausschaltung des Wechselkursrisikos erzielt werden kann.

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