Aktives und passives Fondsmanagement

Im Jahre 2020 gibt es aktuell zwei unterschiedliche Formen des Fondsmanagements und somit für den Anleger zwei verschiedene Möglichkeiten sein Geld anzulegen, falls er nicht selber einzelne Wertpapiere kaufen möchte, sondern stattdessen es einer Kapitalanlagegesellschaft überlassen will:

Aktives Fondsmanagement

Beim aktiven Fondsmanagement entscheidet der Fondsmanager, welche Aktien gekauft oder verkauft werden. In der Regel verfolgt er dabei eine bestimmte Strategie und beginnt einzelne Aktien zu kaufen, von denen er meint, dass diese im Wert steigen. Das Verhalten des Management basiert dabei auf der Strategie des Fonds. Der Fonds wird somit aktiv verwaltet. Es finden immer wieder Änderungen in der Zusammensetzung des Fonds statt. Zusätzlich verfügt der Fonds meistens über ausreichend Cash-Reserven, um bei günstigen Gelegenheiten schnell agieren zu können. Der Fondsmanager versucht dabei, eine höhere Wertentwicklung als die des zugrunde liegenden Referenzindex zu erzielen, welcher meistens der MSCI World Index oder der S&P 500 ist. Ziel des aktiven Fondsmanagement ist es, kontinuierlich eine höhere Rendite zu erzielen als die durchschnittlich erzielte Rendite des Aktienmarktes oder auch Anleihenmarktes.

Passives Fondsmanagement

Beim passiven Fondsmanagement hingegen wird mit einem ETF versucht, einen Index wie z.B. den DAX möglichst genau nachzubilden. Die Kapitalanlagegesellschaft nimmt dabei selbst keine Veränderungen vor. Findet jedoch eine Veränderung im zugrunde liegenden Index statt, so nimmt das Management ebenfalls diese Veränderung vor. Das passive Fondsmanagement setzt sich somit zum Ziel, den zugrunde liegenden Index mittels ETF 1:1 nachzubilden. Dabei gibt es keine bestimmte Strategie, es gibt keine Analysen und weniger Personal wird benötigt. Somit sind die Gebühren für passiv verwaltete Fonds oftmals deutlich geringer als für aktiv verwaltete Fonds. Das passive Fondsmanagement basiert auf der Annahme, dass es langfristig äußerst schwer ist, höhere Rendite als die des Gesamtmarktes zu erzielen.

Aktives und Passives Fondsmanagement in der Realität

Der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Ansätzen liegt darin, dass das aktive Fondsmanagement versucht, eine Outperformance gegenüber dem Gesamtmarkt zu erzielen, wohingegen das passive Fondsmanagement lediglich die Rendite eines Referenzindex nachbilden will und somit erst gar nicht anstrebt, eine bessere Rendite als die des Index zu erzielen. Dies hat dann auch den Vorteil, dass die Gebühren beim passiven Fondsmanagement für den Anleger in der Regel deutlich niedriger sind als jene für das aktive Management. Über mehrere Studien wurde in den letzten Jahren festgestellt, dass ETFs sich in einer Hausse, also während allgemein steigender Börsenkurse, sich teilweise deutlich besser entwickeln als aktive Investmentfonds. In dieser Zeit gelingt es nur äußerst wenigen Fondsmanagern den Vergleichsindex zu schlagen, wohingegen in einer Baisse, also während allgemein fallender Börsenkurse, aktiv gemanagte Fonds ihre Benchmark deutlich öfters schlagen. Während anhaltend fallender Kurse kann das Fondsmanagement auf Markttrends schnell reagieren, Anlageklassen umschichten, auf fallende Kurse spekulieren und sich so flexibel auf die rasch veränderten Gegebenheiten an der Börse einstellen. So kann dann in einer Baisse eine höhere Rendite erzielt werden oder zumindest können so die Verluste im Vergleich zur Benchmark eingeschränkt werden.

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