Kapitalverwässerung

engl. Stock Dilution

Bei einer Kapitalverwässerung verringert sich der Wert jeder Aktie durch eine Kapitalerhöhung. Es werden neue Aktien (Junge Aktien) ausgegeben. Damit erhöht sich die Aktienanzahl, gleichzeitig sinkt aber auch der Wert pro Aktie und der damit verbundene prozentuale Anteil am Unternehmen. Schließlich sinkt auch der Gewinn je Aktie. Für die Kapitalverwässerung gilt, dass je höher der Aktienkurs ist, desto geringer der Effekt der Verwässerung. Denn je niedriger der Aktienkurs, desto mehr neue Aktien muss die Aktiengesellschaft ausgeben, um den gewünschten Erlös zu erzielen. Findet gar eine Kapitalerhöhung statt, während die Aktie unter Buchwert notiert, so wäre diese für Altaktionäre umso verwässernder, je tiefer der Aktienkurs unter dem Buchwert je Aktie notiert.

Beispiel einer Kapitalverwässerung

Vor der Kapitalerhöhung

Ausstehende Aktien: 600 000 Stück

Kurs je Aktie: 2,00 Euro

Marktwert: 1 200 000 Euro

Kapitalerhöhung findet statt

Nun gibt das Unternehmen 200 000 Stück neue Aktien aus. Das Aktienkapital erhöht sich dadurch, der Unternehmenswert bleibt jedoch gleich. Der Aktienkurs passt sich nun an

Nach der Kapitalerhöhung

Ausstehende Aktien: 800 000 Stück

Kurs je Aktie: 1,50 Euro

Marktwert: 1 200 000 Euro

Da der Aktienkurs durch Angebot und Nachfrage am Markt geregelt wird, muss der Marktwert nach der Kapitalerhöhung nicht immer exakt dem Marktwert vor der Kapitalerhöhung entsprechen. Er kann ebenso leicht darüber liegen, wenn die Marktteilnehmer die Kapitalerhöhung als positiv bewerten, da dadurch beispielsweise notwendige Investitionen finanziert werden können, welche langfristig den Wert des Unternehmens steigern würden. Um eine Kapitalverwässerung bei den Altaktionären zu vermeiden, erhalten diese Bezugsrechte auf die zusätzlichen Aktien. Diese zusätzlichen Aktien können, müssen jedoch nicht vom Altaktionär gekauft werden. Werden die Bezugsrechte vom Altaktionär jedoch nicht in junge Aktien umgewandelt, so erleidet der Altaktionär eben eine Kapitalverwässerung, da nach der Kapitalerhöung sein prozentualer Anteil aller austehender Aktien geschrumpft ist.

Kapitalverwässerung durch Wandelanleihen und Aktienoptionen

Es kann jedoch auch zu verwässernden Effekten durch offene Wandelanleihen oder Aktienoptionen kommen. Die Besitzer dieser Finanzinstrumente haben das Recht, diese in Aktien umzuwandeln, wodurch sich ebenfalls die Anzahl der ausstehenden Aktien erhöhen würde. Aus diesem Grund geben Unternehmen in ihrem Jahresabschluss einmal die Größe “Ergebnis je Aktie” aber auch die Ergebnisgröße “Verwässertes Ergebnis je Aktie” an. Zweites zeigt an, wie viel Gewinn auf jede Aktie entfallen würde, wenn alle noch offenen Aktienoptionen und Wandelanleihen in Aktien umgewandelt werden würden. Das verwässerte Ergebnis je Aktie liegt immer unter dem nicht verwässertem Ergebnis je Aktie. Investoren sollten stets bei der Berechnung von zukünftigen Gewinnprognosen die Anzahl aller offenen Wandelanleihen und vor allem Aktienoptionen mitberücksichtigen und somit das verwässerte Ergebnis je Aktie als Richtgröße heranziehen.

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